Optimismus überwiegt beim Hagener Handwerk

Optimismus überwiegt beim Hagener Handwerk

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (2.v.r.) mit Oberbürgermeister Erik O. Schulz,
Berthold Schröder (Präsident Handwerkskammer Dortmund),SPD-MdB René Röspel und Kreishandwerksmeister Joachim Beinhold (v.l.)

Foto: Kleinrensing

Beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Hagen gab es optimistische Töne. Hauptrednerin war die Bundebauministerin.
Von Krisenstimmung keine Spur. Es waren optimistische Töne, die gestern den Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Hagen bestimmten. Die Auftragslage ist ohnehin generell gut. Und von den 21 Millionen Euro, die Hagen aus dem kommunalen Investitionsprogramm des Bundes bekommt, hofft das heimische Handwerk auch zu profitieren – unsere Zeitung hatte darüber berichtet. Eine der Politikerinnen, die dieses Programm mit verantwortet, war gestern die Festrednerin beim Empfang in Kückelhausen: Barbara Hendricks (SPD), die als Ministerin nicht nur Umwelt und Naturschutz verantwortet, sondern auch den Bau-Bereich. Sie holte gestern weit aus, redete lange über zwei Kernthemen ihrer politischen Arbeit: Über das Pariser Klimaabkommen und die Notwendigkeit, mehr Wohnraum in Deutschland zu schaffen. Auf die besonderen Hagener Umstände mit einem hohen Wohnungs-Leerstand, aber aktuell wieder steigenden Einwohnerzahlen ging sie zwar nicht ein. Generell machte Hendricks aber deutlich, dass bezahlbarer Wohnraum ein Grundanliegen der Bundesregierung sei – und zwar unabhängig von der derzeitigen massiven Zuwanderung: „Wir bauen nicht für Flüchtlinge neue Wohnungen. Wir bauen für alle Menschen, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind.“

Die Wohnkultur und auch ästhetische Aspekte dürfe man bei den jetzt geplanten Bauwerken nicht aus den Augen verlieren: „Was wir jetzt bauen, wird das Gesicht unserer Städte für die nächsten 80 Jahren sein.“ Aber die Ministerin sprach sich auch für den Abbau von gesetzlichen Hürden aus: Die generelle Stellplatzpflicht beim Wohnungsbau müsse überdacht werden: „Es gibt viele Menschen in den Städten, die haben überhaupt kein Auto.“ Von Oberbürgermeister Erik O. Schulz gab es viel Lob für die Hagener Kreishandwerkerschaft: Die Zusammenarbeit sei gut und vertrauensvoll. Und auch Schulz sieht in dem 21-Millionen-Euro-Programm eine Chance für das Handwerk: „Es wird zwar sicher auch wieder zu Diskussionen kommen, wenn die Ausschreibungen dann laufen und vielleicht heimische Betriebe nicht zum Zug kommen. Aber ich hoffe, dass viele Aufträge nach Hagen gehen.“

Bessere Abschreibungen gefordert
Kreishandwerksmeister Joachim Beinhold sieht in dem Programm ebenfalls ein positives Signal. Ohnehin blicke man als Hagener Handwerk auf ein zufriedenstellendes Jahr 2015 zurück – und die Aussichten für 2016 seien optimistisch. Von der Bundesbauministerin erhofft er sich aber durchaus noch mehr Rückenwind: Verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Investoren könnten dabei helfen, den Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum auch schnell zu stemmen, gab er Barabara Hendricks mit auf den Weg.

Quelle: WAZ vom 23.01.2016

Text: Michael Koch

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