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06.11.2009 Erster Berufsparcours des Hagener Handwerks erfolgreich durchgeführt„Weil ich ´ne Lehre mache, bin ich doch nicht doof in der Birne!“ Empört schaut Gloria ihre ehemalige Schulkameradin Meike an. Die geht zwar auf’s Gymnasium, hat ansonsten aber keinen Plan. Auch nicht von der Ausbildung im Handwerk. Handwerk hat ein Imageproblem, besonders bei jungen Leuten. Gloria, die künftige Schreinerin, setzt dagegen: Selbstständigkeit, Kreativität, Mitbestimmung, eigenes Geld, Verantwortung. Gespannt und nachdenklich verfolgen die Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse der Hauptschule Ernst-Eversbusch die Spielszene des LUTZ – junge Bühne Hagen, die sie auf den Berufsparcours Hagener Handwerk einstimmen soll.Die Zeiten, in denen Handwerk vor allem harte Arbeit bedeutete, sind längst vorbei. Natürlich erfordern viele Handwerksberufe auch heute körperliche Kraft, Geschicklichkeit auch im Umgang mit moderner Technik ist aber inzwischen vielfach an die 1. Stelle gerückt, neben Kundenfreundlichkeit und der Bereitschaft für jeden Kunden eine individuelle Lösung zu finden. Dies zeigte der Berufsparcours Hagener Handwerk, der am 3. und 4. November in der Kreishandwerkerschaft Hagen durchgeführt wurde. Rund 850 Schülerinnen und Schüler der Hagener Förder-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen im 9. Jahrgang hatten hier die Möglichkeit das moderne Gesicht des Handwerks kennenzulernen. In kleinen Gruppen durchliefen sie den Parcours. An den Ständen der 15 Gewerke kkonnten sie ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Beim Zusammenschrauben eines Brillengestells, Erstellen eines Farbkonzepts oder Schnüren von Federn machten die Jugendlichen wertvolle praktische Erfahrungen. Ausbilder und Azubis beantworteten Fragen zu Ausbildung und Perspektiven. Veranstalter des Parcours sind die Kreishandwerkerschaft Hagen und die agentur mark GmbH. Mit ihrem gemeinsamen JOBSTARTER-Projekt SchulWerk – Schule trifft Handwerk, das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert wird, wollen die Partner das Verhältnis von Schulen und Handwerksbetrieben verbessern. „Im Moment haben wir hervorragende Ausbildungszahlen“, sagt Dr. Michael Plohmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hagen, „in einigen Jahren müssen die Handwerksbetriebe aber den Jugendlichen hinterherlaufen. Dieser einzigartige Parcours bietet die Chance, die Jugendlichen schon frühzeitig für das Handwerk zu interessieren, damit sie nicht so orientierungslos von der Schule in’s Leben trudeln“. „Wir möchten Handwerk anfassbar, erlebbar machen“, ergänzt Erik O. Schulz, Geschäftsführer der agentur mark. „Wir möchten klar machen, dass das Handwerk eine attraktive berufliche Perspektive ist.“ Das Handwerk ist sich seiner Verantwortung bewusst. 15 Betriebe haben sich bereit erklärt, unentgeltlich für zwei Tage Personal und Material zur Verfügung zu stellen, um ihr Gewerk vorzustellen. „Besonders freuen wir uns darüber, dass an den Ständen Auszubildende stehen. Sie sprechen auf Augenhöhe mit den Jugendlichen und machen so eine Ausbildung im Handwerk viel besser vorstellbar“, sagt Michaela Trzecinski, Projektleiterin von SchulWerk. Der Parcours soll keine Einzelmaßnahme sein. Die Jugendlichen, die sich im Parcours besonders für ein Gewerk interessieren, können Anfang 2010 gemeinsam mit Handwerksmeistern und/oder Auszubildenden für ca. 3 Stunden ein abgeschlossenes Projekt bearbeiten und so einen noch intensiveren Einblick gewinnen. Für 2010 plant das Projektteam von SchulWerk einen weiteren Parcours – er soll, nach dem Wunsch der Projektpartner, ein fester Bestandteil der Berufsorientierung in Hagen werden. |